Berufsdermatologie – Haut und Beruf

Unsere Praxis ist zertifiziert für Berufsdermatologie und im Gutachterverzeichis gelistet.

Kann der Beruf hautkrank machen?

Entstehen oder Verschlimmern sich durch die Ausübung der beruflichen Tätigkeit bzw. die Exposition beruflich verwendeter Substanzen krankhafte Hautveränderungen, kann eine berufsbedingte Hauterkrankung (= Berufsdermatose) vorliegen.

Mit einem Anteil von gut einem Drittel an allen berufsbedingten Erkrankungen sind die Berufsdermatosen Spitzenreiter unter den Berufserkrankungen. Mit der fortschreitenden Entwicklung neuer Arbeitsstoffe und zunehmendem Wachstum von Industrie und Technik und sind gerade Angehörige dieser Berufssektoren besonders gefährdet, hautkrank zu werden. Die Haut ist das Organ, das uns nach außen hin schützen und der permanenten Belastung gegenüber Schadstoffen standhalten muß. Naturgemäß haben unsere Hände den intensivsten Kontakt mit (schädigenden) Materialien und sind somit der Körperteil mit der größten Hautbelastung. Dementsprechend ist die häufigste Erscheinungsform einer Berufsdermatose das (Hand-) Ekzem.

Aber auch Erkrankungen an der Augenbindehaut und den Atemwegen können durch den Arbeitsplatz bedingt sein, ebenso bestimmte dermatologische Infektionskrankheiten oder gut- und bösartige Hauttumoren. Das Spektrum der Erscheinungsformen ist breit und fordert vom Untersucher viel Erfahrung, Fingerspitzengefühl und manchmal nahezu detektivische Fähigkeiten, die Berufsbezogenheit der Erkrankung aufzuspüren. Eine berufsbedingte Hauterkrankung kann für den Betroffenen schwerwiegende Folgen haben und unter Umständen zur Berufsaufgabe oder Erwerbsunfähigkeit führen. Daher ist es besonders wichtig, bereits bei den ersten Krankheitsanzeichen ärztliche Hilfe aufzusuchen.

Was ist eine Berufserkrankung

Definition

  • nach § 551 Abs.1 der Reichsversicherungsordnung:
    Berufskrankheiten sind Erkrankungen, “die nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft durch besondere Einwirkungen verursacht sind, denen bestimmte Personengruppen durch ihre Arbeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind”.
  • nach der Berufskrankheitenverordnung BeKV Nr. 5101:
    Eine Berufsdermatose (beruflich ausgelöste Hauterkrankung) ist eine “schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankung, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederauftreten der Krankheit ursächlich waren oder sein können”.

Typische Merkmale, die auf das Vorliegen der Berufsdermatose hinweisen können:

  • Besserung bzw. Abheilung in den arbeitsfreien Zeiten (z.B. Wochenenden, Urlaub o.ä.) und Verschlechterung bzw. erneutes Auftreten der Erkrankung nach Wiederaufnahme der Arbeit.
  • Verschlimmerung und Ausdehnung der Hauterkrankung bei fortgesetzter Arbeitstätigkeit und zunehmend verzögerte Besserung in den arbeitsfreien Zeiten.

Was ist zu tun bei Verdacht auf eine berufsbedingte Hauterkrankung?

Die Abklärung einer berufsbedingten Hauterkrankung obliegt dem Dermatologen.

Für viele Betroffene ist erfahrungsgemäß der Betriebs- oder aber der Hausarzt die erste Anlaufstelle. Dieser ist verpflichtet, auch bei geringstem Verdacht eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen der Hauterkrankung und der beruflichen Tätigkeit ein “Hautarztverfahren” in Gang zu setzen, d. h., der Erkrankte muß zur weiteren Untersuchung einem Hautarzt vorgestellt werden.

Welche sind die häufigsten Berufsdermatosen, wie entstehen sie und wie sehen sie aus?

Die häufigste Berufsdermatose ist die Ekzemerkrankung. In den allermeisten Fällen tritt dieses primär an den Händen auf. Gemäß der auslösenden Ursache unterscheidet man folgende Ekzemtypen:

  • Toxisches Kontaktekzem
  • Toxisch-degeneratives Kontaktekzem
  • Allergisches Kontaktekzem

Wie kann ein Berufsekzem behandelt werden?

Vorrangig ist das Ausschalten, bzw. das Meiden des ursächlichen Auslösers. In den meisten Fällen ist eine Arbeitskarenz bis zur Abheilung der Hautveränderungen unumgänglich.

Die Hautreinigung ist grundsätzlich mit seifenfreien, milden Waschsyndets durchzuführen. Die medikamentöse Behandlung von Ekzemen richtet sich nach dem Erscheinungsbild, welches sich sehr vielgestaltig zeigen kann. Die pharmazeutische Industrie bietet eine an Wirkstoffen, Wirkstoffkombinationen und Darreichungsformen schier unüberschaubare Palette einschlägiger Medikamente an. Die Auswahl des richtigen Medikaments zum richtigen Zeitpunkts fordert vom Hautarzt therapeutisches Fingerspitzengefühl und Erfahrung.

Mindestens genau so wichtig wie die Auswahl des, dem Ekzemstadium angemessenen Wirkstoffes (z.B. Kortison, antibakterielle Zusätze, Gerbstoffe, Teer, Harnstoff) ist die Grundlage, die den Wirkstoff enthält.

Was kann man tun, um ein Berufsekzem, bzw. eine Berufsdermatose zu verhindern?

Diese Frage ist nicht nur für Ekzemkranke, sondern auch für Hautgesunde wichtig und sollte bereits bei der Berufswahl erörtert werden.

Eine eingehende berufsdermatologische Beratung sollte insbesondere die allergische Reaktionsbereitschaft des Berufsanwärters klären.

Eine qualifizierte Berufsberatung kann Auskunft geben über das Ausmaß der Hautbelastung und die Möglichkeiten der Betriebshygiene, des Arbeitsschutzes, insbesondere die Anwendung prophylaktischer Schutzmaßnahmen wie Arbeitskleidung und Hautreinigung, Hautschutz und Hautpflege mit geeigneten Präparaten.